Von Peter Theisen
Erste Annäherungsversuche von Tier und Mensch. Was können Führungskräfte durch
Pferde lernen? Da ist erst einmal ungläubiges Kopfschütteln und dann eine gehörige
Portion Neugier. Die Tiere studieren, genau beobachten und beurteilen, das ist die erste
Lektion. Bald folgt die Erkenntnis, dass Pferd nicht gleich Pferd ist. Einige brauchen
mehr, andere weniger Druck, um sie in Bewegung zu setzen.
Gerhard Krebs, Manager-Trainer: "In dem Moment, wo ich mit dem Pferd umgehe und
das Pferd irgend etwas nicht so tut, wich ich es gerne von ihm möchte, muss ich in der
Lage sein zu fragen: wo liegt der Fehler? Das Pferd ist ein perfektes Lebewesen, das Pferd
macht keine ,Fehler', sondern der Fehler liegt immer beim Menschen. Und wenn ich in der
Lage bin in Führungssituationen, die entscheidungsmäßig nicht richtig gelaufen sind,
anschließend darüber nachzudenken wo der Fehler lag und ihn nicht bei meinem
Mitarbeiter, sondern sie in meinem eigenen Ich oder in meinem Führungsstil oder wo auch
immer suche, dann haben wir das Ziel unseres Seminars erreicht."
Wie bringt man den Vierbeiner bzw. den Kollegen zur konstruktiven Mitarbeit? Wann folgt
er, und wann nicht? Wie viele Streicheleinheiten sind nötig? Kann ich ihn an der langen
lassen, oder muss ich die Zügel straff halten? Wieso gehorchen die Pferde manchmal gerade
denen, die mit zarter Hand führen und verweigern sich den dominanten? Die neun Teilnehmer
aus den verschiedensten Branchen kommen sichtlich ins Grübeln.
Gerhard Krebs: "Ich brauche nicht eingebunden zu sein in eine
bestimmte Linienfunktion, um den notwendigen Druck auf Mitarbeiter auszuüben. Ich muss
nicht ,General oder Hauptmann' sein um meinem ,Untergebenen' klar zu machen, was er für
mich tun soll, wenn ich das aus Kraft meiner Persönlichkeit heraus auch kann."
Die zentrale Aufgabe des Seminars findet im Picadero, einem abgegrenzten Viereck,
statt. Dabei geht es um Nähe und Distanz, Vertrauen und Kontrolle. Gerhard Krebs:
"Der Teilnehmer bekommt ein Führungsinstrument oder ich will auch sagen
,Machtinstrument' in die Hand und jagt dieses Pferd im Picadero um sich herum. Das Pferd
signalisiert zu irgend einem Zeitpunkt, dass es mit dem Menschen bereit wäre zu
kooperieren. Der Mensch muss also die Sensibilität besitzen, auf den Gegenüber
einzugehen und muss in der Lage sein, das Zeichen, das von ihm kommt zur
Kooperationsfähigkeit zu erkennen und muss dann mit ihm zusammenarbeiten.
Ein sehr intensives Erlebnis, denn das Pferd spürt jede Unsicherheit und im Gegensatz
zu so manchem Mitarbeiter zeigt das Pferd deutlich, was es vom Führungsstil hält.
Ute Meisel, leitende Krankengymnastin: "Und ich merke auch Parallelen so zu meinem
Alltag, dass ich bestimmte Anweisungen einfach gebe, aber in meinen Gedanken schon wieder
woanders bin, und ich da eigentlich so ein bisschen die Führung zu demjenigen verliere,
von dem ich eigentlich etwas erwarte. Und das finde ich schade. Aber ich finde es sehr
gut, diesen Fehler hier sehr deutlich zu sehen."
Elke Kunze, selbständige Innenarchitektin: "Man ändert mit Sicherheit sein
Verhalten und achtet noch viel mehr auf das, was man selber ausstrahlt und auf die
Zielgenauigkeit, mit der man es einsetzt."
Bei der abschließenden Videoanalyse erkennen die Teilnehmer deutlich ihre Stärken und
Schwächen. Pferdetraining für Manager, eine ungewöhnliche aber auch sehr spannende
Methode, seine Führungsqualitäten zu verbessern.
Einen kurzen Zusammenschnitt der
Fernsehbeiträge können Sie sich
hier als Video ansehen.
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ZDF Hallo Deutschland
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ZDF Mona Lisa
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Bayern Alpha
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